Rasen mähen war gestern – heute lass ich mähen – Mähroboter

Gardena Smart Sileno

Roboter im Haushalt… vor ein paar Jahren schien mir diese Vorstellung doch noch etwas schwer zu fallen. Heute sieht das ein wenig anders aus. Sie sind allgegenwärtig – zumindest bei uns. Und die Tatsache, dass Männer technikverspielte Großkinder sind (offenes Geheimnis) trägt nicht weniger dazu bei. Jedenfalls hat nun der Staubsaugroboter Unterstützung durch den Mähroboter bekommen. Die Mäharbeiten werden bei uns auf den Außenbereich beschränkt, so dass sich die beiden nur durch das Fenster „sehen“ können.

Was spricht für einen Mähroboter

Weshalb nun ein Mähroboter, zumal der Rasen etwas weniger als 400m² recht überschaubar ist?

  • Zeitersparnis
  • Rasenschnittentsorgung entfällt (einmal Rasen mähen hat die 120l Biotonne vollständig gefüllt)
  • Rasenschnitt wird als Mulch verwendet
  • Rasen sieht dichter und besser aus

Die Zeitersparnis hält sich zu Beginn allerdings in Grenzen: oft erwische ich mich dabei, wie ich dem Mäher zuschaue 😉 . Immerhin liege ich dabei entspannt in der Hängematte, was ich wohl sonst nicht machen würde. Und natürlich darf man nicht vergessen, dass der Mäher ab und zu gesäubert werden muss, auch das nimmt Zeit in Anspruch.

Was spricht gegen einen Mähroboter

  • verhältnismäßig hohe Anschaffungskosten
  • Installationsaufwand

Welcher Mähroboter darf es sein

Der Markt ist voll. Neben den bekannten Herstellern (Gardena, Husqvarna, Bosch u.a.) tummeln sich auch weniger bekannte Hersteller, die häufig in den jeweiligen Baumärkten zu beziehen sind. Es war eine bewusste Entscheidung, auf eine bekannte Marke zu setzen. Da inzwischen unter dem Gardena-Deckel Husqvarna-Technik steckt, fiel die Entscheidung dann doch auf Gardena, da die Geräte nahezu baugleich mit den etwas teureren Husqvarna-Modellen sind. Ich habe mich also für einen Gardena Smart Sileno entschieden. Im Gegensatz zum Sileno kommt dieser mit einer App-Steuerung daher. Im Moment ist die App recht… sagen wir mal „dünn“. Es lassen sich lediglich die Zeitpläne (Timer) konfigurieren, alles andere (z.B. Konfiguration der Fernstartpunkte) muss am Gerät selbst konfiguriert werden. Auch wenn man ihn nicht so oft umkonfiguriert, so sollte das dennoch über die App machbar sein. Smart… App… Haussteuerung… ja, das klingt, als ob man dies verbinden könnte. Könnte… denn es gibt keine API seitens Gardena. Über einen Umweg ließe es sich wohl realisieren. Dafür müsste kurz gesagt ein Raspberry Pi zwischengeschaltet werden, der die Kommunikation zwischen den Gardena-Servern und dem Loxone Miniserver übernimmt. Eine direkte Steuerung ohne die Gardena-Server ist bis dato nicht möglich. Für mich ist das ein potentielles Folgeprojekt.

Die ersten nächtlichen Mähversuche waren auch recht positiv. Man hört bei geöffnetem Fenster durchaus zwei Geräusche. Eines ist der Radmotor, das andere und etwas lautere ist das Schneidgeräusch. Letztendlich würde die Lautstärke (angegeben sind max. 60dB) nicht dazuführen, dass ich nachts aufwache.

Installation

Gardena bietet einen konstenfreien Planungsservice an. Diesen kann ich nur empfehlen in Anspruch zu nehmen. Nachdem die Unterlagen inkl. Lageplan eingereicht waren, erhielt ich innerhalb von 1 Tag bereits eine sehr ausführliche Antwort. Im Grunde stand da genau das drin, was ich mir in der Zwischenzeit in diversen Online-Quellen angelesen hatte – der große Vorteil war allerdings, dass dabei mit konkreten Vorschlägen auf meinen Lageplan eingegangen wurde.
Die Installation lässt sich unter- und oberirdisch durchführen. Da sich unser Garten noch in der „Findungsphase“ findet, habe ich mich für die oberirdische Verlegung entschieden. So finde ich (hoffentlich) das Begrenzungs- und Führungskabel schneller und kann ein neues Beet einfacher aus der Rasenfläche ausgrenzen. Mit der Zeit wächst das Kabel in den Rasen ein und ist auch bei oberirdischer Verlegung nicht mehr zu sehen.
Der Mähroboter hat nach wie vor die ab Werk eingestellten Überfahrweiten eingestellt. Folgende Abstände habe ich gewählt:

  • 30cm von Betonborden und Beeteinfassungen
  • 10cm von ebenerdigen Belägen (Terrasse)

Damit bleibt an der Terrasse kein Rasen ungemäht stehen. Bei den Betonborden und Beeteinfassungen sieht das anders aus. Hier bleibt ein ca. 15 cm breiter Streifen ungemäht stehen. Diesen Streifen werde ich gegen eine 16cm breite Rasenmähkante (Betonstein) austauschen, so dass auch hier nichts mehr stehen bleibt. Erst dann erscheint mir ein Mähroboter übrigens sinnvoll, denn nur so kann man auf manuelle Nacharbeiten (elektrische oder manuelle Rasenschere) verzichten, die einen Mähroboter irgendwie ad absurdum führen würde.

Das Auge fährt mit – der Style-Faktor

Da mir die Gardena-Farbgebung des Sileno in dem typischen Gardena-türkis nicht 100%ig zusagt, habe ich mich nach Alternativen umgeschaut. Der Sileno+ kommt mit einem grauen Cover daher. Dieses lässt sich für knapp 40€ im Ersatzteilshop bestellen und einfach austauschen (nur eingeklipst). Eine andere Möglichkeit ist die Folierung. Ja, und dafür habe ich mich entschieden. Unser Mähgatron gleitet nach 1,5h Arbeit in aquamarine matt über den Rasen 🙂 .

Einfacher Diebstahl

Wenn weg, dann weg? Die Frage nach der Versicherung stellte ich mir auch. Gardena selbst bietet ein Premium Service-Paket inkl. Versicherung gegen Diebstahl an. Eine Anfrage bei meiner Versicherung ergab, dass der Mähroboter (inkl. Ladestation) innerhalb von Gebäuden der normalen Hausratversicherung unterliegt (Wasser, Blitz etc.) und unter freiem Himmel bzw. in freier Wildbahn lediglich gegen einfachen Diebstahl (klassischer Langfinger), nicht jedoch gegen bspw. Hagel versichert ist. Gegen die Witterung lässt sich eine Garage als Schutz organisieren bzw. lässt sich die Fahrt bei einem Wetterumschwung aus der Ferne über die App abbrechen. Gegen den einfachen Diebstahl lässt sich nur bedingt etwas machen. Der Mähroboter selbst ist mit einer PIN gesichert – ohne die er nicht lauffähig sein soll. Verrichtet der Mähroboter gerade seine Arbeit oder parkt in der Ladestation, führt ein Hochheben nach einer kurzen Warnphase zum Auslösen eines recht lauten Alarmsignals. Dieses würde mich nachts wach werden lassen. Für meine Versicherung spielte es keine Rolle, ob der Mähroboter frei zugänglich ist. Andere Versicherungsgesellschaften bieten nur dann eine Versicherung gegen einfachen Diebstahl, wenn das Grundstück eingefriedet ist. Dies sollte mit der jeweiligen Versicherungsgesellschaft geklärt werden.

Erstes Fazit

Nach nun knapp 4 Wochen Einsatz lässt sich durchaus ein erstes Fazit ziehen. Der Rasen sieht immer gleichlang und gepflegt aus. In der kurzen Zeit scheint er auch dichter geworden zu sein und die recht großen kahlen Stellen sind wesentlich kleiner geworden. Insgesamt zeigt sich ein dichteres Rasenbild. Wir sind sehr zufrieden mit der Entscheidung, Mähgatron ein Dach über dem Deckel gegeben zu haben – und der WAF ist auch groß 😉 .

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