YouLess Energiemonitor LS110 – trotz analogem Stromzähler den Stromverbrauch im Blick behalten

Stromzähler

Vor einiger Zeit schickte die ENSO Netz jemanden vorbei, um den richtigen Stromzähler einzubauen. Auf der letzten Messe Haus hatte ich mich mit einem Kollegen der Drewag unterhalten und war guter Dinge einen Stromzähler mit S0-Schnittstelle zu erhalten. Der ENSO-Mitarbeiter betrat den Raum und packte einen Stromzähler aus, der mich erst einmal die Kinnlade runter klappen ließ. Nachdem ich mich wieder sortiert hatte konnte ich meine Frage formulieren „Was bitte ist das? Sie wollen mir doch nicht ernsthaft diesen Stromzähler mit Drehscheibe einbauen!?“. Der Blick des ENSO-Mitarbeiters gab mir im Grunde schon die Antwort, die mich weniger zufrieden stellen würde. „Nur zum Angucken ist er nicht gedacht.“ Die letzte Hoffnung nahm er mir, als er bestätigte, dass es auch keine S0-Schnittstelle gibt. Auf die Frage hin, warum denn kein digitaler Zähler eingebaut wird, konnte er nur mitteilen, dass sie das einbauen, was gerade vorrätig ist – und im Moment sind nur diese Zähler vorrätig, die digitalen Zähler wären seit einiger Zeit nicht lieferbar.

Nunja, so bekam ich also diesen analogen Stromzähler ohne jeglichem Schnickschnack eingebaut. Dennoch wollte ich den Verbrauch irgendwie im Blick behalten. Einen weiteren digitalen Zähler einzubauen, ist vermutlich die sauberste Variante, allerdings kann und darf ich das nicht selbst. Letztendlich brauchte ich etwas, was die Impulse zählt und diese Daten so zur Verfügung stellt, dass der Loxone Miniserver darauf zugreifen kann. Und tatsächlich, soetwas gibt es: Datenlogger. Kurzer Hand habe ich den YouLess LS110 Energiemonitor geordert.

Die Montage des Energiemonitors ist einfach und es ist nicht erforderlich irgendein Gehäuse zu öffnen oder anderweitig zu manipulieren. Im Grunde kann die Installation jeder ausführen, der an den Zähler ran kommt. Der Energiemonitor wird über das Netzwerk eingebunden. Für die dazugehörige Konfiguration stellt YouLess ein Tool zur Verfügung, was bei mir einwandfrei funktionierte. Gut, machen wir mal der Reihe nach…

Montage

Montage am analogen Zähler

Der Energiemonitor wird mit einem Klettklebepad direkt am Zähler befestigt. Auf der Rückseite des Energiemonitors ist eine Diode, die die Umdrehungen der Zählerscheibe registriert. Je genauer die Diode über der Zählerscheibe positioniert ist, desto genauer werden die Messerbgenisse. Von daher ist es ratsam die Position der Diode solange zu korrigieren, bis sie möglichst genau und gerade sitzt. Zur besseren Ausrichtung kann man auf der uns zugewandten Seite eine horziontale und vertikale Hilfslinie anbringen, das macht’s etwas leichter. Das Klebepad klebt ziemlich gut. Der Halt zwischen den beiden Klettseiten ist gut, wenn diese mit etwas Druck tatsächlich ineinander verhakt werden. Keine Angst, so schnell geht das transparente Zählergehäuse nicht kaputt.

Montage am digitalen Zähler (ohne S0-Schnittstelle)

Bei einem digitalen Zähler, der statt der Drehscheibe eine blinkende Diode besitzt, ist die Montage im Grunde nicht anders.
Für die Stromversorgung liegt dem Energiemonitor ein passendes USB-Kabel bei. Entweder nutzt man das ebenfalls im Lieferumfang enthaltene USB-Netzteil, oder (und so habe ich es gemacht) man geht mit dem USB-Kabel bspw. an den USB-Port der Fritzbox. Das Netzkabel (im Lieferumfang enthalten) ebenfalls anschließen. Jetzt sollte die LED des Energiemonitors in regelmäßigen Abständen rot aufleuchten.

Einrichten im Netzwerk

Eingangs bereits erwähnt, bietet YouLess für die Netzwerkkonfiguration ein eigenes Tool an. Das Tool führt einen durch die einzelnen Konfigurationsschritte, in dessen Ergebnis der Energiemonitor eine IP-Adresse zugewiesen bekommt. Im Lieferumgang ist eine deutschsprachige Anleitung enthalten, die bei mangelnden Kenntnissen der niederländischen Sprache behilflich ist 😉 .

Ersteinrichtung YouLess Energiemonitor LS110

Ersteinrichtung YouLess Energiemonitor LS110

Nun sollte der Energiemonitor unter http://IP-Adresse zu erreichen sein.
Unter „Stromzähler“ werden die Einstellungen für die Zählung vorgenommen.
Zählertyp: analog (Drehscheibe)
Zählerstand: sofern der Zähler nicht bei 0 steht, ist das Häkchen zu setzen und der aktuelle Zählerstand einzutragen (muss im Laufe der Inbetriebnahme vermutlich noch mehrmals korrigiert/angepasst werden)
Impulse/kWh: steht auf dem Zähler, bei meinem sind es 75

Für Android gibt es eine App, die einem die Daten anzeigt. Allerdings ist es dafür notwendig, dass die gesammelten Daten an eine zentrale Stelle geladen werden. Wer das machen möchte/muss, findet unter „Hochladen“ die notwendigen Einstellungen. Ich habe dies nicht aktiviert/konfiguriert.

Messwerte YouLess Energiemonitor LS110

Messwerte YouLess Energiemonitor LS110

Die Zeit lässt sich unter „System“ synchronisieren bzw. manuell einstellen – das sollte man mind. einmal gemacht haben. An dieser Stelle lässt sich auch ein Kennwort für den Energiemonitor festlegen.

Messen

Jetzt ist es soweit: der Energiemonitor sollte korrekt arbeiten. Dafür ruft man am besten unter „Messwerte“ den Stundenbericht „30“ auf. Dort werden für die vergangenen 30 Minuten die minütlichen Verbrauchswerte angezeigt. Parallel dazu lohnt sich ein Blick in den Bereich „Stromzähler“, um den dort angezeigten Wert des Zählerstandes mit dem tatsächlichen zu vergleichen. Ggf. muss ein Nachjustierung der Montage erfolgen.

Messwerte letzte 30 Minuten YouLess Energiemonitor LS110

Messwerte letzte 30 Minuten YouLess Energiemonitor LS110

Damit sind die Daten des Stromzählers erst einmal vorhanden und warten auf die weitere Verarbeitung mit dem Loxone Miniserver. Die dafür notwendigen Schritte folgen in einer separaten Betrachtung.

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