Der Estrich ist drin… und alles was drunter sein muss auch

Gartenansicht

… jedenfalls gehe ich davon aus, dass wir alles erwischt haben, was rein muss 🙂 . Zu Beginn der Bauphase sind die Bauherren eher mit Planungs- und Kontrollaufgaben beschäftigt. Mit der Zeit ändert sich das ein wenig und die Bauherren müssen selbst mehr anpacken – jedenfalls ist das bei uns so. Und so komme ich nun auch erst heute dazu mal wieder ein paar Worte zu tippen.

Straßenansicht

Straßenansicht

In den letzten Wochen Monaten ist viel passiert. Der Außenputz ist aufgebracht. Die Farbwahl für die Fassade war dann doch wieder recht schnell erledigt – die Bauherrin ist besonders entscheidungsfreudig, was das Vorankommen extrem begünstigt. Damit konnte dann das Gerüst endlich weichen und den Weg freimachen für die notwendigen Medien Gas, (Ab-)Wasser, Strom, Telekom. Jeder muss in den Graben. Am besten ist natürlich nur eine Grabung. Dienstag den Schacht ausgehoben und Übergabeschacht gesetzt. Mittwoch kommt das Wasser rein, Donnerstag folgten die Anbindung an das Abwassernetz sowie die Gaseinführung und am Abend fummelten wir das Strom- und Telekomkabel in den Hauswirtschaftsraum. Freitag, zum Abschluss,wurde alles wieder verschlossen. Der Plan ging ja mal sowas von auf – gefällt mir.

Medien sind alle da

Medien sind alle da

Für den Innenputz war dann noch etwas zu tun. Weil die Elektroleitungen noch nicht ausreichen, kamen noch ein paar Leitungen für die Heizung und das Wasser hinzu. Da staunt man schon, was da so alles im Fußboden herumliegt (was man nachher nicht mehr sehen wird). Nachdem die groben Rohrenden und -anschlüsse untergebracht waren, konnte also auch Innenputz folgen. Entschieden haben wir uns für einen Kalkzementputz.
Kaum war der Innenputz erledigt, ging es auch schon mit Sanitär und Heizung weiter. Die Rohre mussten fertig auf dem Fußboden verlegt und angeschlossen werden. Schaue ich mir das so an, so muss ich eine gewisse Komplexität feststellen. Das Wasser lässt sich separat für die einzelnen Etagen, die Heizung und den Außenbereich regeln – kein besonders großer Mehraufwand, aber sicherlich mal hilfreich.

In der Zwischenzeit habe ich dafür gesorgt (jedenfalls war es mein Ziel) die Dampfbremse dicht zu machen. Das ist mir soweit auch gelungen, bis zu dem Zeitpunkt, als der Dachdecker den Thermendurchgang und die Solardurchgangsziegel montiert hat. Dazu hat er mir nochmal ein Dachfenster aufgemacht, damit er sieht, welchen Dachziegel er tauschen muss. Naja… ging zumindest schnell zu beheben.

Das praktische Wischkantenblech für das Treppenloch

Das praktische Wischkantenblech für das Treppenloch

So langsam aber sicher kam die Frage nach dem Estrichtermin. Sowohl die Bauherrin, als auch die Baufirma fragten immer mal wieder nach. Nun, der Termin war nicht das Problem. Die Herausforderung war vielmehr die Heizung und dem, was so dazu gehört (z.B. die Verlegung der Unter- und Rolldämmung). Im Obergeschoss sollte es für meine Verhältnisse relativ schnell vorangehen. Für ein Kinderzimmer brauchten wir zu zweit 2h, um die beiden Dämmschichten zu verlegen. Als Unterdämmung kamen normale EPS-Platten zum Einsatz, die um die Kabel geschnitten wurden und darüber die Rolldämmung inkl. Tackerfolie. Zwei Kinderzimmer, ein Schlafzimmer und der Flur… das war überschaubar und man hat Fortschritt verbuchen können. Das Bad war dann schon etwas schwieriger, da der Fußbodenaufbau recht klein ist und somit die isolierten Wasserrohre recht hoch kommen. Dort war also ziemliche Frickelei angesagt, bis am Ende alles passte. Das hält nicht nur auf, nein, es nervt auch unheimlich. Für den oberen Flur hat der Estrichleger uns beim Aufmaß empfohlen ein gekanntetes Blech als Einfassung zu verwenden. Da lässt sich einerseits die Dämmung gut gegen legen und andererseits hat man eine Wischkannte. Diesen Vorschlag fand ich doch mal wieder richtig klasse. Also wurden entsprechende Bleche besorgt und 2 Tage später auch schon montiert. So konnte ich tatsächlich die Dämmung ordentlich verlegen.

Kies... 20,05t Kies für den Zementestrich

Kies… 20,05t Kies für den Zementestrich

Der Termin für den Estrich… der kam… unweigerlich. Ist ja auch gut so, denn irgendwie ist der Estrich so ein besonderer Meilenstein, so auf dem Niveau des Richtfestes. Und ich glaube der nächste Meilenstein dieser Art ist der Umzugstermin. Das sind so Meilensteine, an denen so einiges dran hängt.
Im Laufe der Zeit hat sich der Fußbodenaufbau geändert. Konkret mussten irgendwo paar Zentimenter herkommen. Den Gesamtaufbau um diese zu erhöhen, war nicht mehr möglich. Also mussten die irgendwo eingespart werden. Da bleiben nicht viele Optionen. Letztendlich traf es die Unterdämmung. Damit dennoch der Dämmwert passt, habe ich mich im EG anstatt der EPS-Platten für die fast dreimal so teuren beidseitig mit Alu kaschierten PUR-Platten entschieden. Einen Nachteil haben sie allerdings: sie lassen sich schlechter verarbeiten, da sie verhältnismäßig fest sind. Also von wegen mit einem Heißluftfön mal eine Vertiefung für ein Elektrokabel reinbrennen… nee nee… Fehlanzeige. Und diese Friemelarbeit hält auf, tierisch auf sogar.
Jedenfalls war inzwischen auch klar, dass der Estrich kommen wird, und zwar am 13.10.15. Am Ende des 09.10.15 sah es wie folgt aus:

  • OG
    • Unterdämmung: fertig
    • Kabelläufe ausgeschüttet: fertig
    • Rolldämmung: fertig
    • Stöße der Rolldämmung verkleben: nicht begonnen
    • Heizrohre verlegen: nicht begonnen
  • UG
    • Unterdämmung: begonnen, allerdings nur im Arbeitszimmer die erste von zwei Schichten
    • Kabelläufe ausgeschüttet: nicht begonnen
    • Rolldämmung: nicht begonnen
    • Stöße der Rolldämmung verkleben: nicht begonnen
    • Heizrohre verlegen: nicht begonnen

Mit Hilfe einer einfachen mathematischen Rechnung findet man heraus, wie viel Zeit vom Abend des 09.10.15 bis zum Morgen des 13.10.15 bleibt. Es sind so ziemlich genau 3 Tage. Als alter Projektleiter gehen einem da gleich diverse Dinge durch den Kopf:

  • Estrichtermin verschieben
    • Auswirkungen:
      • Verschiebung der folgenden Termine:
      • Trockenbau
      • Bodenbelagsarbeiten
      • Fliesenarbeiten
      • Küchenaufbau
      • Elektrofeininstallation
      • Sanitärfeininstallation
      • Umzug
    • Kosten:
      • evtl. Einlagerungskosten
      • Mietkosten
  • 24/3 (in Anlehnung an 24/7):
    • Auswirkungen:
      • recht hohe körperliche Belastung
    • Kosten:
      • „nur“ auf Kosten der Gesundheit
EPS-Gemetzel im Schlafzimmer

EPS-Gemetzel im Schlafzimmer

Beide Optionen sind für mich nicht so richtig tragbar. Das ist schwarz-weiß-Denkweise. Die Welt ist aber nicht schwarz oder weiß, sie ist grau. Also muss es auch noch eine Lösung dazwischen geben und die sah so aus:

  • selbst mit anpacken (kurzfristig Urlaub nehmen)
  • Brötchen vorbereiten
  • leichte Getränke organisieren
  • Freundeskreis fragen
  • Aufgabenbereiche zumindest im Kopf verteilen
  • 3 Tage so viel wie möglich „rupsen“
  • ggf. am 12.10.15 bis 14:00 Uhr dem Estrichleger absagen
Die Schlaufen wirken wie Kunst auf mich

Die Schlaufen wirken wie Kunst auf mich

Sagen wir mal so, die Estrichleger waren am 13.10.15 um 07:00 da. Der letzte Heizkreis (Hauswirtschaftsraum) wurde knapp 11 Stunden vorher gefüllt, gespült und geprüft. Also letztendlich lief es so, wie im richtigen Projekt auch. Man muss die richtigen Leute kennen und diese ins Boot holen. Leuten, denen man quasi blind vertrauen kann. Leute, die einem einen etwas raueren Ton nicht krum nehmen. Leute, die einen kennen. Freunde also! Und diese Freunde haben wir (zum Glück). Freunde, die bereit waren einen Husarenritt hinzulegen. Grandiose Freunde, die wir da haben – mehr kann ich dazu nicht sagen.

Nun trocknet der Zementestrich so vor sich hin. 21 Tage stehen, 10 Tage Heizprogramm, 4 Tage abkühlen… und dann schauen wir mal, wie nass er noch ist.
Bis dahin stehen für uns als Bauherrin und Bauherr wieder ein paar organisatorische Dinge an. So werden wir uns dem Thema Fliesen, Bodenbeläge u.ä. widmen und wir werden die jetzige Wohnung kündigen.

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