Bauwerkvertrag und noch kein Grundstück – besser nicht

Zwischendurch mal ein Hinweis zum Thema Grundstück und Bauwerkvertrag: sehr viele Bauunternehmen unterstützen den zukünftigen Bauherren bei der Grundstücksuche. Einige behaupten auch sinngemäß

„Wenn Sie den Bauwerkvertrag unterschreiben und noch kein Grundstück haben, passiert erst einmal gar nichts.“

Diese Aussage ist schlichtweg unseriös. In „Bauunternehmen“ steckt „Unternehmen“, es geht also auch bei Bauunternehmen und Hausbauunternehmen um Umsatz, Gewinn usw. Das ist per se nicht schlimm, regt aber zum weiteren Nachdenken und Nachfragen an. Wie lange macht das Hausbauunternehmen denn nun mit, bis ich mein Grundstück gefunden habe? Ich unterschreibe heute den Bauwerkvertrag und dann wartet das Hausbauunternehmen 1 Jahr, 2 Jahre oder so lange wie ich Zeit benötige – wohl kaum? Es empfiehlt sich also vor Unterzeichnung des Bauwerkvertrages nach einem zeitlichen Horizont und den Konsequenzen zu fragen. Die Beschaffung des Grundstücks ist nämlich prinzipiell Aufgabe des Bauherren (eigentlich logisch). Ab Unterzeichnung des Bauwerkvertrages hätte ich in meinem Fall zwei Jahre Zeit gehabt das Grundstück zu beschaffen. Hätte ich es innerhalb dieser Zeit nicht geschafft, wäre der Bauwerkvertrag automatisch beendet worden… mit einer Rechnung über 8% der ursprünglichen Auftragssumme. 8% ist mal schnell eine zweistellige Summe im 20.000er-Bereich. Im Ergebnis also wahrlich kein Pappenstiel für den Bauherren.

Da das Grundstück mindestens genauso gut passen muss wie das Haus selbst auch – immerhin will man da für längere Zeit leben – sollte man sich dabei Zeit lassen und mehrmals drüber schlafen können, ohne äußeren Druck.

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