Es wächst ein Hausanschlusskasten

Hausanschlusskasten

Der Weg zum eigenen Stromanschluss ist schon etwas mysteriös – wie ich finde.
Der Elektriker des Vertrauens stellt eine Bedarsanzeige beim Energieversorger.
Der Energieversorger erstellt dem Grundstückseigentümer einen Vertrag.
Nach Vertragsschluss beauftragt der Energieversorger den Eletriker (natürlich nicht meinen) mit der Ausführung.
Nach der Ausführung kann ich meinen Elektriker mit der Aufstellung des Baustromkastens beauftragen.
Abschließend kommt nochmals der Energieversorger ins Spiel und schließt den Zähler an.

Das ist doch ein ziemlich komplexer Prozess mit recht vielen Beteiligten.
Für mich der interessanteste Passus aus dem Netzanschlussvertrag:

„[…] ist bemüht, die Errichtung des Netzanschlusses innerhalb von 3 Monaten nach Eingang des gegengezeichneten Netzanschlussvertrages zu gewährleisten;[…]“

Bis zu 3 Monate also!? Manche bauen ein halbes Haus in dieser Zeit. Ohne Strom kann der Bau auch schlecht starten. Nunja, schauen wir mal.
Die Bedarfsanzeige stellte mein Elektriker zwischen Weihnachten und Silvester.
2 Wochen später war der Netzanschlussvertrag im Briefkasten und am nächsten Tag ging dieser auch schon unterzeichnet zurück an den Energieversorger.
Der Energieversorger kontaktierte mich und bat um einen Termin vor Ort, damit er genau absprechen kann, wo der Hausanschlusskasten positioniert werden soll. Da denkt also jemand mit – sehr gut. Bereits am nächsten Tag gab es den Vor-Ort-Termin in der Mittagspause. Kurz abgestimmt über den Aufwand, die Sinnhaftigkeit der Platzierung usw. war die Sache geritzt.
Das Angebot war zwei Tage später auch im Briefkasten, und wiederrum am darauf folgenden Tag die Beauftragung unterwegs. Läuft das doch so reibungslos ab? Ich werde misstrauisch.
Der Energieversorger informierte mich über den Elektriker, der die Ausführung übernimmt.
Nun dachte ich, es läuft weiter. Aber zum Glück war ich misstrauisch und rief diesen Elektriker an. Er war überrascht, dass ich mich als Bauherr so schnell meldete. Für gewöhnlich beginnen sie nämlich erst mit den Arbeiten, wenn sich der Bauherr gemeldet hat und damit die Dringlichkeit signalisiert – keine schlechte Info.
Ich spulte also am Telefon zurück und begann nochmals neu „… ich brauche dringend den Hausanschlusskasten“ 🙂 . Mein Gesprächspartner stieg ein und meinte, er hätte alles da und würde es irgendwann mal zwischendurch mit machen. Nunja, zwischendurch ist immer so eine Sache – aber die Chance sollte er bekommen. Noch kurz eine 180°-Drehung abgesprochen und schon waren wir uns einig.

Hausanschlusskasten

Hausanschlusskasten

Es verging eine gute Woche und ich dachte mir „Der Hausanschlusskasten… da war doch was… fragste vielleicht mal nach.“ Gesagt, getan.
Ich: „Wie sieht’s aus?“
Bauleiter Elektriker: „Joaa… fahren Sie nicht regelmäßig auf Ihrer Baustelle vorbei?“
Ich: „Nicht täglich, bin aber gerade auf dem Weg.“
Bauleiter Elektriker: „Haben wir letzte Woche Donnerstag oder Freitag erledigt.“ (es war aktuell Mittwoch)
Ich: „So richtig fertig? So, wie wir es besproch…“
Bauleiter Elektriker: „Genau so, wie wir es besprochen hatten am Telefon, jawoll.“
Ich: „Super. Schaue ich mir also gleich an – feine Sache.“
Tja, und so haben wir nun das gute Stück innerhalb von nur 4 Wochen fertig stehen. Ein klein wenig beeindruckt bin ich schon.

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