SmartHome – KNX, Loxone, openHAB oder?

Die Baugenehmigung ist da und es geht jetzt an die einzelnen Gewerke. Die Zwischenzeit nutze ich (seit geraumer Zeit), um mich näher mit dem Thema SmartHome auseinanderzusetzen. Statt von SmartHome kann man auch gut und gerne (und konkreter) von Hausautomatisierung sprechen.
Was ich definitiv nicht möchte, ist aufbauende Funksteckdosen, mehrere Fernbedienungen o.ä. Wer neu baut, kann mit einer frühen Planung recht viel erreichen. Dabei muss es noch nicht einmal fertig realisiert sein, denn oft reicht es erst einmal aus, die Optionen zu prüfen, um bspw. Leerrohre oder shcon Leitungen zu verlegen. Ist die Wand einmal zu und verputzt, wird man sie nicht wieder aufmachen um nachträgliche Kabel zu verlegen. Und was den WAF angeht, brauchen wir über nachträglich Aufputz verlegte Kabel nicht sprechen.

Als erstes bin ich über KNX/EIB gestolpert. Ein echtes Bus-System, was die Verkabelung recht einfach gestaltet. Dennoch ist es in meinen Augen ein recht geschlossener Standard, der dem Endanwender so ziemlich gar keine Möglichkeit lässt, dass System einmal spontan zu konfigurieren. Ich bin mir sicher, dass ich nicht meinen Elektriker kontaktieren möchte, damit er meinen Taster umkonfiguriert – ich denke auch er wird sich freuen, wenn ich darauf verzichte.

Bei meinen Recherchen bin ich dann erneut gestolpert und zwar über einen sehr guten Hausbaublog und über Loxone. Das Grundprinzip ist für den Laien ähnlich dem von KNX/EIB. Gravierender Unterschied in meinen Augen ist die Verkabelung, bei der hier auf eine Sterntopolgie zurückgegriffen wird. Geeignet ist dafür eine CAT7-Verkabelung, die ausreichend Schaltmöglichkeiten bietet. Ebenfalls gleich zu KNX/EIB ist die 24V-Spannungsversorgung. Loxone bietet sehr viele Möglichkeiten Dinge zu schalten, zu verwalten und einzubinden – von Tastern über Temperatur- und Wasserstandssensoren bis hin zu… was das Herz begehrt. Basis bildet deren so genannter Miniserver auf der Hutschiene, der sich vielfach erweitern lässt. Die Konfiguration mit dem kostenfreien Tool Loxone Config habe ich mir beispielhaft angeschaut. Das Tool ist auf den ersten Blick nicht so intuitiv, wie man es erwartet, aber nach ein paar Gedanken und Überlegungen passt es dann. Es werden Erinnerungen an SPS wach, allerdings auf einer höheren Ebene, die es dem Häuslebauer mit ein wenig Geschick und gutem Willen ermöglicht, sein System zu konfigurieren. Loxone bietet eine gute Dokumentation an und für Endverbraucher auch Schulungen an und einen Musterkoffer, an dem man sich ausprobieren kann. Allerdings sind knapp 1.000€ zum Ausprobieren auch eine Hausnummer. Entscheidet man sich dann dafür, so ließen sich die Koffer-Komponenten direkt im Haus verbauen. Eigentlich keine schlechte Sache dieses Loxone. Und der erste Kontakt mit der Hotline ist auch einwandfrei!

Dann wies mich ein Kollege auf das hin, was er im Einsatz hat: openHAB. openHab lässt sich auf dem vielseitig einsetzbaren Raspberry Pi installieren. Die Konfiguration erfolgt in einer Eclipse-ähnlichen Oberfläche und erinnert weniger an SPS, vielmehr an „einfache“ Programmierung im Sinne von „if… then… else“.
Hm, auch nicht schlecht… und dann sah ich die unterstützten Protokolle, so genannte Bindings.
Hammer! Massenweise Unterstützung verschiedenster Hersteller und Protokolle, auch KNX ist dabei. Die Liste wächst ständig weiter, wie auch die Community um openHAB herum.

Aus dem Bauchgefühl heraus wäre eine Kombination aus openHAB und KNX das Gelbe vom Ei. Einzig das Bauchgrummeln, dass openHAB als Open Source Lösung vermutlich ein klein wenig mehr Betreuung  erfordern könnte, bringt mich zum Nachdenken.

Vielleicht sollte ich einfach die Schulung bei Loxone machen und mir dann eine Entscheidung abringen.

Die Entscheidung ist definitiv noch nicht getroffen. Für Anregungen bin ich immer gern zu haben.

6 Kommentare

  1. Metty

    Ich beschäftige auch schon länger mit sowas.
    Derzeit habe ich RWE SmartHome im einsatz, wohl aber eher nur als Spielerei. Leider sind die Komponenten dort recht teuer und das Sortiment ziemlich überschaubar.

    Es ist nicht verkehrt beim Hausbau vorzuplanen, aber ich finde man sollte es nicht übertreiben.
    KNX/EIB ist zwar eine feine Sache, aber doch recht viel Aufwand die Busleitungen zu legen, wenn man im Endeffekt nur ein paar Prozent mal ändert.

    Ich werde demächst auch auf RasperyPI wechseln um damit verschiendene Protokolle anzusprechen. Die Kombination macht es.

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  2. Martin (Beitrag Autor)

    Ob ich nun aber die Busleitung lege oder eine Sternverkabelung mit CAT7 – ist glaube hin wie her.
    Du wechselst also auf openHAB, richtig verstanden Metty?

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    1. Metty

      Ja, das ist fast egal ob Stern oder Bus.
      Ich meine damit das AufwandNutzen Verhältniss. Macht es Sinn jeden Schalter, Steckdose und Deckenlampe mit einer zusätzlichen Leitung auszustatten?
      Die Funklösungen die es mittlerweile gibt passen zu jedem gängigen Schaltersystem.
      Ich habe das bisher so „gelöst“ das ich nur da wo es Sinn macht einen konventionellen gegen einen Funk-UP-Aktor ausgetauscht habe.
      Bisher kann ich für Steckdosen mit den Zwischensteckern gut leben, aber ich gebe Dir recht, an mancher Stelle wäre es für den WAF besser wenn es optisch eine Normale Steckdose ist.

      Ob ich openHAB oder Fhem nehmen werde, weiss ich noch nicht. Ich liebäugle damit mir einen Pi zu holen plus eine Handvoll Sensoren und Aktoren. Und dann einfach mal ausprobieren was die verwendete Software angeht und welche „Funkstandards“ (Zigbee, FS, Homatic, Z-Wave, etc). Oder einfach nur versuchen das beste aus allen Welten herrauszuholen.

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  3. Marco

    Habe das Gleiche durchgemacht. ( und bin immernoch mittendrin )
    Gestartet bin ich mit FHEM auf meinem Mac ( Idee war es dann auf Raspberry zu installieren ).

    Nach kurzem Rumprobieren und Kopfzerbrechen bin ich dann auf openhab gestossen. Jetzt
    habe ich openhab auf dem raspberry in Betrieb. Zusätzlich habe ich einen Busware CUL um interechno funksteckdosen zu schalten. Dies nur als Start um nicht zu viel Geld in den Sand zu setzen. Nach diesem erfolgreichen Test habe ich mir einen Z-Wave USB Stick (ZWave.me ME1) gekauft, plus einen Fibaro Zwischenstecker ( FGWPE-101 ) und einen Multisensor von Fibaro ( FGMS-01 ). Den Fibaro Stekcer habe ich bereits in Betrieb. Funktioniert 1a. Jetzt sehe ich auf meinem iPhone wie Viel Saft meine Multimedia Zentrale braucht und kann diese vie iPhone ein-/ausschalten. Später kann ich Regeln erfassen um das Einschalten/Ausschalten zu automatisieren. Z.B. Falls Fernseher nicht läuft ( Verbrauch OpenHab auf Raspberry zusammen mit Z-Wave ist für meine Zwecke eine tolle Sache. Notfalls kann man später auch auf einen Kommerziellen Z-Wave kontroller umsteigen ( z.B. von Fibaro ), sofern man in OpenHab keine anderen Bindings benutzt, bzw. auf diese Verzichten kann. FHEM ist für mich zu low-level. Als Java Software Entwickler bin ich aber natürlich beeinflusst, da ich in OpenHab selbst Änderungen machen kann, während ich in FHEM das nur bedingt kann ( Perl ist nicht unbedingt meine bevorzugte Programmiersprache 😉 )

    Jemandem der nicht viel Zeit investieren will, und keine tieferen IT-Kenntnisse hat würde ich sowohl von FHEM als auch von OpenHab abraten. Das Zeugs ist noch nicht Plug & Play reif. Für Plug & Play würde ich folgendes Empfehlen:
    a) Geld spielt keine Rolle => KNX
    b) Für kleinen günstigen Start mit Erweiterung über die Zeit: Z-Wave mit HomeCenter 2 Zentrale von Fibaro.

    KNX von den Sensoren und Aktoren her ist nicht teurer als Z-Wave. Aber bei KNX muss ich halt die Buskabel von anfang an überall hinlegen. Bei meinem Haus hätte die Grundinstallation 10 000 CHF gekostet und im Vollausbau 30 000 CHF. Mit openhab Z-Wave und Raspberry kann ich bei 500 – 1000 CHF starten und dann Schrittweise erweitern.

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  4. Alex

    Hi,

    ich bin auch dabei, mich zu informieren und eine Entscheidung in diese Richtung zu treffen. Gibt es bei dir was neues?

    Gruß,
    Alex

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    1. Martin (Beitrag Autor)

      Hallo Alex. Es hat eine Weile gedauert, jetzt gibt es Neuigkeiten, siehe http://rettlaua.de/2015/06/10/automatisierung-im-fuchsbau/

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