Familienwintersporturlaub

Atemberaubende Lichtverhältnisse und Lichtspiele

Die erste Woche im Februar ist fast Geschichte – eine schöne Erinnerung bleibt. Da der vermeintliche Herr des Hauses am Samstag noch zwei Punktspiele im Tischtennis bestreiten durfte, ging es mit einem Tag Verspätung in den Winterurlaub, ja sogar in den ersten gemeinsamen Winterurlaub mit der besten Frau, den beiden Männern und der Verwandschaft. Nach gut 6h Fahrt und Pausen erreichten wir das Ziel: Oberammergau in den Ammergauer Alpen. Es fing an zu Schneien, allerdings sollte dies für diese Woche auch schon der letzte Schneefall sein und bleiben.

Ich liebe große Autos, und zwar aus den folgenden Gründen: zwei Schlitten, Langlaufski, Gepäck, freie Fußräume, ein 5. Sitz frei… und dennoch nicht bis unters Dach gepackt 🙂 . Egal, nebensächliche Details.

 

Loipenplan Graswang

Loipenplan Graswang

Nach ein wenig Schonfrist, ging es dann am Montag das erste Mal in die Loipe. Meine Schwiegermama ist eine Sportlerin vom anderen Stern. Nachdem sie am Sonntag vor unserer Ankunft den König-Ludwig-Lauf über 50km bestritten hatte, dachte ich ja, dass sie nun ein klein wenig gebremst unterwegs sei. Ach was… weit gefehlt. Zack zack, los geht’s… links, rechts, links, rechts… wusch… waren die ersten Kilometer auch schon erledigt. Im vergangenen Jahr stand ich immerhin einmal auf den Langbrettern – und ich bin auch einmal gefahren. Das Debüt 2014 sollte allerdings etwas anspruchsvoller werden. Die erste Session endete nach etwas mehr als 2 Stunden. Der Blick auf die Strava-App eröffnete die Strecke von gut 16 km. Sechzehn!? Soweit ich mich erinnern kann, bin ich das noch nie gelaufen in meinen jungen Jahren. Die „Runde“ von Oberammergau bis Graswang war recht flach und schön. Kurz vorm Sonnenuntergang bot sich eine herrliche Kulisse. Diese Farben waren einfach umwerfend. Handykameras sind nicht in der Lage dies wiederzugeben oder ich habe es einfach nicht drauf.
Am Ende des Tages war ich so ziemlich im Eimer. Ich spürte Muskeln, von denen ich nie geglaubt hätte, sie überhaupt zu besitzen. Speziell der Bereich am vorderen Oberschenkel, der Übergang von der Hüfte in den Oberschenkel – schmerzhaft, äußerst schmerzhaft. Positiv betrachtet: feine Sache, ich spüre etwas gemacht zu haben – und darauf kommt’s an 🙂 .

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Sonnenuntergang in Graswang

Sonnenuntergang in Graswang

Der zweite Tag begann mit Muskelkater in den Oberschenkeln und einer Schlittenfahrt nach der anderen mit der Liebsten und den Männern. Ich denke, auch diese Übung kann ich mindestens als „Sonstige Sportart“ im Winterpokal geltend machen. Nicht, dass die beiden sich den Berg hochziehen lassen… ach… quatsch… Papa zerrt den Schlitten rauf und die beiden Herren werden von Papa getragen, während Mama Fotos schießt. Lächeln musste ich also auch noch. Wenn das nicht ein Paar Punkte im Winterpokal wert ist. Nach den Schlittenfahrten ging es dann erneut mit der Schwiegermama in die Spur. Erneut von Oberammergau gestartet, ging es bis zur Loipe über… naja…  teils vereiste Flächen. Vereist klingt nicht besonders gut, ist aber im Vergleich zur Alternative „gar nix“ recht passabel. Dieses Mal links abgebogen ins Ettal. Vorbei am Kloster Ettal und die Schleife gedreht, die auch die König-Ludwig-Lauf-Läufer drehten. Mit gefühlten zwei Schritten vor und einem zurück bewegt man sich, aber schnell ist anders – getreu dem Motto „Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen“. Nach dem Jammern und einem kleinen Schlenker Richtung Graswang ging es wieder über die Eisflächen zurück nach Oberammergau. Anstrengender schien es, obwohl es nicht einmal 14 km und auch nur knapp 1h45min waren. So täuscht einen also das subjektive Wahrnehmungsvermögen.

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Atemberaubende Lichtverhältnisse und Lichtspiele

Atemberaubende Lichtverhältnisse und Lichtspiele

Es folgte ein Pausentag – yeah. Das ist nur die halbe Wahrheit. Eigentlich war es kein wirklicher Pausentag, denn wir waren „nur“ Schlittenfahren oder auch Schlittenziehen. Das war nur Mittel zum Zweck, damit am Folgetag nochmal so richtig Gas gegeben werden konnte. Angefangen bei einem Schwimmbadbesuch und unzähligen Rutschgängen mit den Männern, die für mich in Krafttraining des Oberkörpers mündeten, ging es zum späten Nachmittag nochmals in die Loipe. Inzwischen war es so warm, dass der Weg von Oberammergau zur Loipe nicht mehr befahrbar war. Zum Glück brachte uns das Auto zum Startpunkt, der Ettaler Mühle. Wir folgten der vereisten, aber immerhin präparierten Graswangrunde bis hin nach Linderhof. Egal wie wenig Schnee vorhanden ist, es wird präpariert – gefällt mir. Der klare blaue Himmel erlaubte uns einen Blick auf die Zugspitze, die von dieser Seite betrachtet gar nicht so groß und imposant wirkt, wie ich sie bisher von Ehrwalder Seite aus kenne. Aber, der Schein trügt, wie wir wissen. Die Sonne ging unter, so dass wir uns auf der Rückfahrt etwas beeilen mussten. Auf dem Eis rutschte es ganz gut, aber sonst… da war doch ein Klotz am Bein oder irgendwas in der Art. Jedenfalls ging es die gut 10 km zurück nur im Doppelstockschub. Ich habe jetzt soooolche Oberarme… und zwei Blasen an meinen zarten Daumen.
Mit der Dunkelheit kamen wir wieder am Parkplatz an. Schöne zwei Stunden und… oha… knapp 20 km. Nicht schlecht. Einzig schlecht sind meine Skatingversuche… reden wir nicht weiter drüber.

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Am Freitag begann es zu regnen. Der letzte Tag blieb für mich so betrachtet sportfrei. Vielen Skifahrern tat das nix und sie fuhren im Regen. Das war mir ein wenig zu nass – um ehrlich zu sein. Weniger schlimm, denn immerhin konnte ich als Papa und Ehemann an drei von sechs Tagen etwas machen – mehr, als man von einem Familienurlaub vielleicht erwarten konnte.

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Die Sauna werde ich sicherlich alsbald vermissen. Der große hat sich immer mit Papa in die Sauna oben hingesetzt… mit seinen zwei Jahren hat er darauf bestanden – was will man da diskutieren 😉 .

Im kommenden Jahr ist die eine Woche schon so gut wie gebucht. Zufälliger Weise findet genau in der Zeit der König-Ludwig-Lauf 2015 statt. Nachtigall, ick hör dir trapsen!

2 Kommentare

  1. bbbaschtl

    Ein toller Urlaub. Übrigens gibt es eine Kombiwertung mit dem König-Ludwig-MTB-Marathon im Sommer. Auch eine sehr schöne Veranstaltung. 🙂

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    1. Martin (Beitrag Autor)

      Das habe ich auch schon gesehen 😉 . Allerdings besitze ich noch nicht einmal ein MTB… *hüstl*

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