DryFluid Bike – Kettenpflege ohne Wachs und Öl im Test

Ohne können wir nicht. Ohne kommen wir nicht voran – es sei denn man setzt auf Riemenantrieb, ok. Dennoch hört man sie immer wieder quietschen und nicht nur rasseln. Es geht um die Kette, klar. Dieses kleine Teil benötigt ja doch eine gewisse Pflege. Bisher habe ich verschiedenste Kettenöle und Kettensprays verwendet. Teilweise mit Teflon, da es ja die Reibung und somit den Verschleiß verringern sollte.

Dann entdeckte ich in einem Blogartikel ein mir bis dato unbekanntes Mittelchen: DryFluid Bike. Ein Blick auf die Herstellerseite bot mir ein paar interessante Aspekte:

  • Reduziert die Leistungsverluste von Ketten und Schaltsystemen
  • Geringste Gleitreibung für Leichtgängigkeit und die Reduktion des Verschleißes
  • Mehrstufiges Gleitstoffsystem mit Sofort- und Langzeitschmiereffekten
  • Bindet keinen Staub und Schmutz
  • Extrem gutes Kriechvermögen
  • Höchste Materialverträglichkeit mit allen gängigen Metallen, Kunststoffen und Gummiwerkstoffen
  • Hervorragende Haft- und Korrosionsschutzeigenschaften

(Quelle: DryFluid Bike)

DryFluid Bike 50ml für 18,90€

DryFluid Bike 50ml für 18,90€

Mir stachen dabei besonders die Punkte Verschleiß und Bindung von Staub und Schmutz ins Auge. Die bisherigen Kettenfette, -öle und der gleichen haben zwar gut geschmiert, aber ebenso gut den Schmutz aufgenommen. Nervig ist es doch, wenn die Kette nach einer Weile verklebt wirkt, weil sich ein hartnäckiges Gemisch aus Kettenfett und Straßenstaub gebildet hat. Der Blick zurück in den Artikel machte mich so neugierig, dass ich mir dann im März 2013 für 18,90 € ein Fläschchen DryFluid Bike bestellte. Die Lieferung der 50ml erfolgte prompt, so dass der Putzteufel durchkam: drei Räder wurden geputzt – das Schlechtwetterrad, das Schönwetterrad und das Rollenrad.

Getestet an drei verschiedenen Rädern

Alle drei werden unterschiedlich verwendet und demnach unterschiedlichen Bedingungen ausgesetzt. Das ist auch der Grund, weshalb ich erst heute einen Beitrag dazu verfasse. Bevor ich mir ein Urteil erlaube, wollte ich den neuen Stoff eine Weile in der Realität erleben. Also nach dem Reinigen der Ketten und Schalteinheiten flink das DryFluid aufgetragen. Dank der Dosierspitze, lässt es sich tropffrei und sehr genau platzieren. Danach sieht es erst einmal merkwürdig aus, denn DryFluid ist eine Art Milch. Es sieht wie eine relativ farblose Flüssigkeit aus, angereichert mit kleinen Partikeln (weshalb auch das Schütteln vor dem Auftragen nicht zu vergessen ist). Je Kettenglied gab es für den Anfang ein Dosierpünktchen. Diese Dosierung habe ich bis heute beibehalten.

DryFluid Bike schmiert auch Schaltsysteme

DryFluid Bike schmiert auch Schaltsysteme

Wie war die Wirkung?

Einen Unterschied in der Geräuschkulisse konnte ich nicht erkennen, auch nicht in meiner aufzubringenden Kraft – das wäre letztendlich auch nur ein subjektiver Eindruck. Was ich aber sehr wohl erkennen konnte, war die Verhinderung der Bindung von Staub und Schmutz. Die Kette wird irgendwann schmutzig, sie blitzt nicht mehr. Dann reicht es beim Rollen- und Schönwetterrad in der Tat aus, die Kette mit einem trockenen Lappen abzuwischen und schon glänzt sie wieder. Anschließend erneut DryFluid auftragen und es kann weiter gerollt werden.
Rollen- und Schönwetterrad ist ja gut und schön. Wie sieht es mit dem Schlechtwetterrad aus, das ist doch wesentlich härteren Bedingungen ausgesetzt? Fast genauso: natürlich ist der Schmutz durch die Regenfahrten etwas hartnäckiger, im Prinzip aber genauso zu behandeln: mit trockenem Lappen abwischen, vielleicht zweimal mehr, DryFluid drauf und ab geht die Post. Herrlich.

DryFluid Bike läuft wie geschmiert, ist sauber und bleibt sauber

DryFluid Bike läuft wie geschmiert, ist sauber und bleibt sauber

Wie war das früher nochmal?

Wenn ich zurückdenke, wie das mit dem Kettenspry aussah. Das Rad war sauber. Nach dem Auftragen des Sprays war es mindestens an der Kettenstrebe und dem Laufrad wieder einmal mehr abzuwischen. Nach einer Weile musste nachgesprayt werden, allerdings war die Reinigung der Kette nicht so einfach bzw. auf die Schnelle gar nicht möglich. Zudem versprühte man die Hälfte in die Luft. Das verklebte Gemisch wurde immer dicker und die Schmierung vermutlich auch immer geringer. Selbst wenn DryFluid nur dafür sorgt, dass es schmiert wie jedes andere Produkt und auch nicht besser schützt als andere, allein die Möglichkeit die Kette unmittelbar vor der Fahrt reinigen und ausreichend schmieren zu können, spricht aus meiner Sicht schon für das Produkt.

DryFluid Bike, damit das Gesamtbild passt

DryFluid Bike, damit das Gesamtbild passt

Wie lange hält’s?

Zugegeben, 18,90 € für 50ml erschienen mir viel. Schaue ich mir die Flasche heute an, sind noch gute 2/3 Inhalt vorhanden. Gefahren bin ich in dieser Zeit (immerhin) knapp 200 km Rolle, 2.200 km Schlechtwetter- und 1.600 km Schönwetterrad. Subjektiv betrachtet meine ich, dass ich sonst gut und gern 2-3 Sprayflaschen zu 150ml im Jahr benötigt habe. Finanziell betrachtet kommt man damit wohl auf ein ähnliches preisliches Niveau. Ansonsten hält es am Rollenrad ewig, am Schönwetterrad pflege ich ca. alle 500km nach und am Schlechtwetterrad recht häufig alle 250km. Versteht die Angaben nur als Anhaltspunkt, um ein ungefähres Gefühl über die Wirkung zu bekommen – es kann gut auch länger sein.

Mein persönliches Fazit

Wenn das Fläschchen alle ist, kaufe ich ein neues!

1 Kommentar

  1. bbbaschtl

    Verwende seit knapp 2 Jahren nichts anderes. Auf 6 Rädern und über 30.000km. Hab jetzt das 4. Fläschchen in Gebrauch. Genial.

    Antworten

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