I will beat my ass today to kick yours tomorrow – The Sufferfest im Test

Der Herbst ist noch da, doch der Winter steht im Prinzip schon vor der Tür. Ja vielleicht ist er sogar schon bei dem ein oder anderen reingefallen. Es ist also die Zeit, in der die Indoor-Geräte ausgepackt und aufgestellt werden. Bei mir ist es wieder die Rolle, der Tacx Flow. Jeder, der schon einmal auf der Rolle war, der weiß, dass es unheimlich anstrengend ist. Anstrengend in erster Linie aber nicht wegen der körperlichen Anstrengung, sondern vielmehr, weil es einfach nicht vorwärts geht. Man steht am Fleck, kurbelt sich einen Wolf, muss nicht einmal aufpassen, dass man das Gleichgewicht hält usw. Gefühlt ist nach 20 Minuten eine Ewigkeit rum.

Eine Möglichkeit der Abhilfe ist im Rahmen der GA1 oder GA2 ein Filmchen. Ob TV, PC oder Tablet spielt keine Rolle, hauptsache ein Bewegtbild und wenn möglich auch noch Ton auf den Ohren. Damit lässt es sich dann schon etwas länger aushalten und man kommt zwei bis drei Ewigkeiten (also 40′ bis 60′) locker um die Runden. Alles was darüber hinausgeht, kostet wieder richtig Überwindung.

Vor einiger Zeit machte ich mir Gedanken, was ich anders machen kann. Der Tacx Flow lässt sich prinzipiell aufrüsten, um mit anderen Teilnehmern über das Internet Rennen zu fahren oder eben auch nur Training in virtueller Form zu betreiben. Allerdings ist das Modul zum Nachrüsten recht rar und der notwendige PC mit entsprechenden Leistungsdaten nicht vorhanden.

The Sufferfest - The HuntedThe Sufferfest. Schonmal davon gehört oder gelesen? The Sufferfest stellt einige Videos im mp4-Format zur Verfügung. Diese entstammen echten Veranstaltungen und sind angereichert mit visuellen und akustischen Anweisungen. Das hörte sich recht interessant an und so organisierte ich mir mein erstes Filmchen: The Hunted (der Gejagte) in der deutschen Fassung mit ca. 60 Minuten Dauer. Kostenpunkt: 15,46 USD.

Der Kauf war unkompliziert, Bezahlung per Paypal oder Kreditkarte und wenige Minuten später kam der Downloadlink per E-Mail für die knapp 1.6GB.
iPad bereitgemacht. Film gestreamt und einrollern. Zu Beginn werden sogar Hinweise angezeigt, dass es gesundheitliche Risiken gibt und man es doch nicht übertreiben soll. Bestimmte akustische Signale werden bekannt gegeben, so dass man weiß, wann die Anstrengung größer bzw. niedriger wird oder wenn überhaupt etwas bevorsteht. Die Schwierigkeiten werden auf einer Skala von 1 bis 10 angegeben und immer rechts unten im Bild angezeigt. Man könnte meinen, dass es sich dabei um die BORG-Skala handelt. Und schon beginnt die offizielle Vorstellung von dem, was mich in den folgenden 60 Minuten erwartet, direkt gefolgt mit der Einrollrunde von gut 4 Minuten.
Auffallend ist die Bildqualität. Sie ist ausreichend, vielleicht sogar ein klein wenig enttäuschend. Je größer der Bildschirm, desto schlimmer wird es. Inzwischen ist man glaube schon wirklich HD-verwöhnt. Das ist ein Punkt, der meiner Meinung nach verbesserungswürdig ist, den Spaß an sich aber nicht schmälert.

Hatte ich gerade „Spaß“ gesagt? Es erscheint das klare Signal für einen Angriff auf den Ohren. Im Film wird kurz erklärt wieso, weshalb, warum und überhaupt das jetzt notwendig ist. Trittfrequenz erhöhen, neue Belastung angegeben und ab geht die Post. Ich sitze nach wie vor am Fleck in der Wohnung. Aus dem Video heraus wird die Trittfrequenz von ordentlichen Tönen begleitet. Meine Frau beäugt mich fragend, ihr scheint nicht ganz klar zu sein, weshalb ich so nach Sauerstoff schnappe. Ich drehe das iPad und zeige ihr das Filmchen. Sie lächelt und lässt mich weiter jappsen.
Ein Blick auf die Dauer sagt mir, dass bereits über 30 Minuten abgerollert sind. Nicht schlecht. Gefühlt waren es weniger als 30 Minuten, zumindest zeitgefühlt. Rein körperlich… reden wir nicht drüber.

Nach einer Stunde und dem Ausrollern steige ich vom Rad. Fertig. 60 Minuten antreiben überlebt. Man muss sich darauf einlassen und nach wie vor einen gewissen Willen haben. Es fiel mir jedenfalls wesentlich leichter die Stunde durchzuhalten. Subjektiv betrachtet war das Training intensiver, als ich es selbst hätte gestaltet. Bei der Betrachtung der weiteren verfügbaren Videos fällt auf, dass es für verschiedene Trainingsarten Material gibt. Abgesehen von der genannten ausbaufähigen Qualität der Videos kann ich es nach diesem Test empfehlen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.