Turn the lights on

Vor dem Gang zur Arbeit noch fix die BM IQ Speed ans Ladegerät gestöpselt, denn vielleicht ergibt sich am Abend noch eine Gelegenheit den Saft aus der Dose zu nutzen. Nach dem Essen war es dann auch soweit. Nachdem ich meiner Liebsten gegen 21:00 Uhr mitteilte, dass ich mich dann umziehen werde, schaute sie… ach… dieser Blick… unbezahlbar. Sie quittierte mir mein Vorhaben mit einem äußerst skeptischen, mit Überraschung angehauchten Blick und den Worten: „Ich dachte du machst Spaß…“ Diese Vorstellung ließ sich leicht mit den Worten „was glaubst du, weshalb ich heute früh den Akku geladen habe?“ ändern.

Mehr oder weniger pünktlich halb zehn, rollte ich vom Hof. Auf den ersten Metern muss ich immer noch den Flakscheinwerfer ein wenig ausrichten, damit ich auch ausreichend sehe. Gesehen werde ich auf jeden Fall und Eindruck hinterlasse ich auch auf jeden Fall – doch dazu später mehr.

Es ist dunkel. Wind ist im Prinzip nicht vorhanden. Die Straßen sind leer – ein ganz neues Gefühl. Auf den Nebenstraßen durch den Wald ist es sogar so dunkel wie im Bärenar*** – und nein, ich werde nicht sagen, woher ich das weiß. In der Dunkelheit sollte man Strecken fahren, die man kennt. Hat den Vorteil, dass man so ziemlich genau weiß, wann und wo ein Schlagloch o.ä. auftaucht. Ich habe mich daran gehalten. Bis auf die Katze und den Igel… naja… ich habe sie umfahren (nicht zu verwechseln mit umgefahren!) und alle sind wohlauf.

Wir kennen die ganzen Horrorfilmchen. Ich war quasi unter optimalen Bedingungen dafür unterwegs: allein, dunkel… Sobald es im Wald hier und da knistert, irgendwelche Tiere aufgeschreckt werden und vielleicht noch mir unbekannte Geräusche von sich geben… holla die Waldfee, da geht einem schon ordentlich die Muffe. Das ist mir natürlich nicht passiert, ich konnte es mir nur sehr gut vorstellen *hüstl*.

Am Schloss Moritzburg bot sich eine herrliche Kulisse. Keine Menschenseele, fast Vollmond und ein beleuchtetes Moritzburger Schloss, welches sich im völlig ruhigen Teich spiegelt.

Schloss Moritzburg im Spiegel

Eines der mir auf den ländlichen Nebenstraßen entgegenkommenden Fahrzeuge war von meinem Flakscheinwerfer vermutlich so irritiert, dass der Fahrer gleich vor lauter Schreck nicht wusste, was da auf ihn zukommt und er kurzer Hand auf die Grasnarbe fuhr und stoppte. Ich möchte zu gern wissen, wie denen das Gesicht entgleist, wenn sie feststellen, dass es nur ein Radfahrer ist. Da freue ich mich doch auf die Nachtfahrten mit dem Kollegen… zwei Flakscheinwerfer nebeneinander – da hält wahrlich fast jeder an :-D.

Der Mond war in nahezu voller Pracht zu sehen. Sein Licht erhellte die Umgebung ein klein wenig und gab ihr diesen gewissen mystischen Hauch. Untermalt wurde das natürlich durch den aufziehenden Nebel in Bodennähe, der kleine „Täler“ und Weiden bewohnte. Ich rollerte weiter Richtung Heimat… konkret Richtung Bett. Ich musste zunehmends gähnen, es war ja auch schon spät (oder fast schon wieder zeitig).

Bei Dunkelheit fährst du nur so schnell, wie weit du schauen kannst. Bei Dunkelheit musst du dich mehr konzentrieren als am Tag. Das bringt einen enormen Vorteil mit sich: den GA1-Bereich verlässt man fast nie.

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.