Startunterlagen und der Respekt vorm Berg

Seit 10Uhr konnte man sich nun heute die Startunterlagen abholen. Abgesprochen war, dass wir um 10Uhr loslaufen. Doch um 10:45Uhr war beim Kollegen niemand im Zimmer, alles verrammelt. Ich ahnte schon, wo er ist – doch dazu später mehr.

Ausgabe der Startunterlagen

Ausgabe der Startunterlagen

Wir sind also zu dritt in die Tennishalle. Vorbei an vielen schicken ausgestellten neuen und alten Rennrädern. Das ist was fürs Auge – herrlich. Wenn man auch überlegt, mit was für Gefährten die Leute früher über die wesentlich schlechter ausgebauten Pässe gefahren sind… da können wir heute mit unseren leichtgewichtigen Kohlefaserprinnten einpacken.

Ausstellung des Deutschen Fahrradmuseeums

Ausstellung des Deutschen Fahrradmuseeums

Die Startunterlagen waren nach wenigen Minuten in Sack und Tüten. Als wir gehen wollten… erspähten wir den Kollegen, der um 10 Uhr und 10:45 Uhr nicht da war. Er meinte „… ich musste nochmal an den Rettenbachferner…“ und ich sagte nur so „Wusste ich es doch, dass du es nicht lassen kannst :-D“. In der Abfahrt hatte er noch einen Platten am Vorderrad, aber alles überstanden.

Zurück in der Unterkunft ging es dann los zum Timmelsjoch… mit dem Auto versteht sich. Das Mistwetter hier war dazu einfach perfekt. Im Prinzip hat man nüscht gesehen. Die Radler, die noch unterwegs waren, schienen mir… wie soll ich sagen… mir wäre das nix gewesen, bei dem starken Regen und dem Wind. Nach der Mautstation, kurz vor der Passhöhe mussten wir dann anhalten. Auf uns kamen die Kühe zugestürmt, die vermutlich ins etwas wärmere Tal wollten. Im Auto sitzend bekommt man nur ein bisl Angst… wenn das am Sonntag passiert… also rein gewichtstechnisch bin ich diesen Viechern aber total unterlegen 😀 . Weiter ging’s auf der italienischen Seite. Bergab im Auto konnte man nur Näherungsweise eine Vorstellung bekommen. Im Tal angekommen, gab es beim Brückenwirt eine total leckere Pizza. Frisch gestärkt ließen wir den Jaufen nun doch sein und nahmen direkt das Timmelsjoch wieder in Angriff.

Das Timmelsjoch - aus meiner Sicht: The Wall

Das Timmelsjoch – aus meiner Sicht: The Wall

Da oben geht's hin

Da oben geht’s hin

Wie soll ich sagen… ich versuche die Auffahrt mal in ein paar wenigen Worten zusammenzufassen: beeindruckend, erschreckend, grandios, beängstigend… ich glaube die treffen meine Gefühlswelt ganz gut. Von der Labestation in Schönau kann man sehr gut auf die Serpentinen blicken, die einem dann noch bevorstehen. So im Nachhinein hätte ich mir das glaube nicht ansehen sollen… es ist einfach nur eine Wand, in die man einen Weg gemeiselt hat. Nunja, wir sind also wieder auf die Passhöhe. Das Wetter hatte sich inzwischen gebessert und die Sonne war zu sehen. Herrliche Blicke in die Alpen. Heute hatte ich noch Zeit und Kraft dafür, am Sonntag werde ich wohl keinen Blick dafür übrig haben – wie ich mich kenne, werde ich zu kämpfen haben, dass dafür keine Kraft, Zeit u.ä. verfügbar sein werden.

Laut Plan kommen wir da hoch...

Laut Plan kommen wir da hoch…

... können bei gutem Wetter auch den Blick genießen...

… können bei gutem Wetter auch den Blick genießen…

... wobei es fraglich ist, ob bei dem Anstieg Zeit zum "Rumgucken" bleibt.

… wobei es fraglich ist, ob bei dem Anstieg Zeit zum „Rumgucken“ bleibt.

Die Abfahrt war dann ziemlich rasant, was sie wohl auch mit dem Rad wird. Vor der Mautstation kommt nochmal ein giftiger Gegenanstieg, der wohl noch mal einige Schmerzen verursachen wird. Nach der Mautstation geht’s eigentlich fast nur noch bergab, bis auf den kleinen Anstieg kurz vor Sölden, der hoffentlich nicht zum Genickbrecher wird.

Beunruhigend sind die Wettervorhersagen. Die Wetterberichte sind sich nicht einig. Der eine spricht von Regen, der ander von Schnee ab 2.300m Höhe und der nächste schreibt von 5h Sonnenscheindauer ohne Regen. Wenn ich wählen dürfte: letztere Variante, ganz klar.

1 Kommentar

  1. bbbaschtl

    Am Sonntag hab ich den leichteren Job: Sandburgen bauen am Strand :-). Ich drück Dir aber die Daumen, dass Du heil, trocken und erfolgreich beim Ötztaler durchkommst. Lass Dich von dem „Sub10“-Gerede nicht unter Druck setzen, halte Dich aus der Anfangshektik heraus, fahr konsequent Dein Tempo, halte Abstand zu den Chaoten im Feld, trink und ess regelmäßig und frühzeitig und es wird ein toller Tag. 🙂

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