Conconi-Test

Seit 2006 bin ich im Sattel unterwegs. Nun, der jüngste bin ich auch nicht mehr, aber man will ja doch irgendwie voran kommen. Wenn nach der Winterpause die ersten Runden gedreht sind und man merkt, wie die Jeans dank zunehmender Oberschenkel wieder etwas straffer sitzt,  dann weiß man, dass sich etwas tut. Aber es ist eben keine Aussage möglich, wo die Schwächen sind, was man noch vorantreiben sollte und wo überhaupt Potential ist. So blieb mir nichts anderes übrig, als mal einen entsprechenden Test zu machen.

Heute war ich nun im Olympia und habe den Conconi-Test gemacht. Weniger schlau war übrigens, gestern noch 3h Rad zu fahren, 6h zu schlafen und den Termin auf 10 Uhr zu legen. Entsprechend der Vorgaben wurde die Leistung erhöht. Der Trainer kannte mich nicht, ich ihn nicht, so einigten wir uns darauf, dass er nicht bei 170 b/min abbricht, sondern bis max. 200 b/min, ich vorher selbst abbreche oder er dann abbricht. Meine Aufgabe war nur: treten bei ca. 60U/min – ziemlich ungewohnte Frequenz übrigens.

Conconi Diagramm Juni 2009

Conconi Diagramm Juni 2009

Conconi Diagramm Juni 2009

Für mich heißt das im Ergebnis ungefähr Folgendes:

  • Regeneration: 116-124b/min
  • GA: 140-148b/min
  • Wettkampf: 165-173b/min

Ab einem Puls von ca. 165b/min beginnt wohl der aerob/anaerobe Bereich und ab ca. 180b/min ist es ausschließlich der anaerobe.

Aus dem Diagramm abzulesen ist, dass mein Herz bereits zu Beginn einer Belastung ausgesetzt war. Zu erkennen an dem Auf und Ab der Kurve. Eigentlich ist dies untypisch, vielleicht zu begründen mit einer gewissen Aufregung, den nur 6h Schlaf und der nicht vollständigen Regeneration der gestrigen 3h Fahrt.

Bei ca. 160b/min bricht die Kurve ein. Dies stellt wohl die Schwelle vom aeroben zum aeroben/anaeroben Bereich dar. Ich fange mich ja direkt wieder, wobei die Kurve nicht mehr so gleichmäßig ist, wie vorher, sondern schon eine etwas höhere Varianz beinhaltet. Und bei 175b/min war es dann wohl auch soweit, ein weiterer Einbruch, etwas größer sogar. Das war dann auch der Punkt, an dem ich merkte, dass es mir schwer fiel zu treten und ich habe abgebrochen. Wir waren bei ca. 16 min, 183b/min und ca. 320W.

Nach dem Abbruch weiter die 60U/min versucht zu halten und wenige Sekunden später ging der Puls auch gleich nach unten. Ausgehend von einem Startpuls von 90b/min und einem Endpuls von 183b/min ergaben sich hierbei folgende Erholungspulse:

  • nach 1min: 156b/min
  • nach 2min: 137b/min
  • nach 3min: 129b/min

Die so genannte Physical Work Capacity (PWC) wird wie folgt eingeteilt/beurteilt:

Physical Work Capacity

Physical Work Capacity

Meine Werte sind:

  • PWC130: 2,1 W/kg
  • PWC150: 2,9 W/kg
  • PWC170: 3,9 W/kg

Ich fange hinten an. PWC170 ist demnach sehr gut, das trainiere ich offensichtlich öfter. PWC150 ist gut, mit optimalen Voraussetzungen (Schlaf, Regeneration) wären das vermutlich auch mind. 3 W/kg gewesen. Aber PWC130 ist so gar nicht mein Ding mit 2,1 W/kg.

Was heißt das nun für mich:

  • GA trainieren
  • den Mischbereich aerob/anaerob durch Training nach oben verschieben

Und weil ich einmal da war, habe ich auch noch eine Körperfettanalyse machen lassen. Nun… viel ist nicht da an Substanz. Also schlechte Zeiten sollen demnächst besser nicht kommen.

Auswertung Waage

Auswertung Waage

Wenn ich weiter kommen will, soll ich meine Ernährung umstellen, d.h. regelmäßig essen, mehr essen, viel mehr trinken. Das doofe ist nur, dass Mutti genau das schon seit Jahren sagt (natürlich mit anderer Absicht), aber nun hat sie letztendlich doch schon wieder Recht…

So… und ich werde mir mal Gedanken darüber machen, wie ich das nun am Besten alles oder zumindest in Teilen realisieren werde.

Ich überlege, ob ich noch einen Laktat-Test machen soll, oder ob der mich auch nicht weiter bringt? Hat da jemand Erfahrungen?

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